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RACER’S STORY – Date mit einem Wolf im Schafspelz – Seebacher Polo R WRC

Der Seebacher Polo R WRC kommt als Wolf im Schafspelz daher und wird auf den ersten Blick gerne von anderen Fahrern unterschätzt, wenn man mit ihnen am Trackday die Rennstrecke teilt.

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Von außen wirkt die Nummer 857 der 2500 produzierten Homologationsmodelle für die FIA Rally-Weltmeisterschaft trotz seinem rot-weißen Clubsport-Renntrimm nämlich eher unauffällig. Doch wehe, wenn er, wie beim Track Day des Pistenclubs seine versteckten Muskeln spielen lässt.

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Aber erst einmal der Reihe nach. Wie landete denn auf einmal ich hinter dem Steuer des kleinen Kraftpakets?

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Nach meiner Teilnahme bei der GT Academy und meinen ersten Runden auf der Rundstrecke in Silverstone, wollte ich unbedingt mehr über technische Aspekte, aber vor allem auch grundlegende Fahrtechniken und Tipps für das richtige Setup erfahren. Auf Empfehlung meines GT Academy-Kollegen las ich „Sportlich und sicher Autofahren mit Walter Röhrl“ von Frank Lewerenz – eines der wenigen deutschsprachigen Bücher, die genau die Themen genauer unter die Lupe nehmen.

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Nach Kontaktaufnahme mit Frank und erstem Kennenlernen am Nürburgring, lud er mich im Zuge seiner Recherche und für Fotoaufnahmen der Neuauflage zum Pistenclub Track Day am Hockenheimring ein. Hauptdarsteller des Buches ist dabei der Volkswagen Polo R WRC von Andreas Seebacher, mit dem er natürlich selbst zum Ring fuhr. Eben der große Vorteil eines Sportlers mit Straßenzulassung.

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Allerdings ist der Leistungsschub von 220PS des 2.0-Liter Vierzylinders ab Werk auf etwa 365PS und 560NM bei weitem nicht die einzige Änderung am sogenannten Seebacher Polo R WRC Clubsport.

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Andreas Seebacher legt vor allem Wert auf eine ausgeglichene und Performance-orientierte Abstimmung seines Autos. In enger Zusammenarbeit mit KW Gewindefahrwerke und dem „Setup-Guru“ schlechthin – Wolfgang Weber -, wurde ein KW Clubsport-Fahrwerk eingebaut und entsprechend optimal eingestellt, um das Beste aus dem Fronttriebler mit Rally-Genen zu holen.

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Diese optimierte Einstellung basiert auf den langjährigen Rennsport-Erfahrungswerten von Wolfgang Weber und KW Gewindefahrwerke und zeigt sich vor allem darin, dass das Auto so gut auf der Rennstrecke liegt, dass man Vorteile gegenüber den leistungsstärkeren Sportwagen hat, die einem Polo R WRC auf den ersten Blick eigentlich deutlich überlegen sein sollten.

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Dank Frank, durfte ich am Vorabend noch mit den anderen Fahrern an Wolfgang’s Fahrdynamiklehrgang im Seehotel in Ketsch unweit der Rennstrecke teilnehmen, bei dem der Nordschleifenprofi mit lustigen Anekdoten und geballtem Fachwissen, die Grundlagen zum perfekten Setup erklärte. Ich merkte dabei schnell, dass es da noch Einiges für mich zu lernen gibt, um immer das größte Potential aus dem jeweiligen Rennfahrzeug auszuschöpfen.

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Aufgeregt und voller Vorfreude auf meine ersten Runden auf dem Hockenheimring, ging es am nächsten Morgen erst einmal zur Anmeldung und dem anschließendem Fahrerbriefing durch die Rennleitung im Sachs-Haus im Fahrerlager auf dem Hockenheimring. Die etwa 60 Fahrzeuge wurden in zwei Gruppen – mit und ohne Straßenzulassung – eingeteilt und fuhren ihre Turns im Wechsel.

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Glücklicherweise schien den ganzen Tag die Oktobersonne auf die badische Rennstrecke, sodass die Fahrer nur morgens mit Nebel und feuchten Grünflächen zu kämpfen hatten. Das Leistungsspektrum an Sportwagen umfasste von frühen und aktuellen Porsche 911er, unserem Polo R WRC, einem McLaren 650S sowie einem Ferrari 458 Speciale bis hin zu 700PS-starken Corvettes alles was das Sportfahrerherz begehrt.

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Nachdem Andreas selbst die ersten Runden als Einstellfahrten übernahm und den Reifendruck austarierte, vertraute er mir dann zum ersten Mal sein Schätzchen an.

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Ich muss schon sagen, dass es ein unvergleichbares Gefühl ist, in die passgenauen Recaro Pole Position Sportsitze zu gleiten, die Schroth Vier-Punkt-Gurte eng am Oberkörper zu fixieren und dann im ersten Gang zur Startampel der Boxengasse zu rollen. Sobald diese auf Grün springt, vergisst man einfach alles um einen herum und nur noch das Fahren zählt. Für mehr, hat man auch wirklich keine Zeit, denn das Geschehen auf der Strecke erfordert vollste Konzentration und Aufmerksamkeit.

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Obwohl ich den GP-Kurs am Hockenheimring noch nie selbst gefahren bin, kenne ich ihn natürlich aus den Rennspielen in und auswendig. Dazu kommt, dass sich der Seebacher Polo R WRC Clubsport, hart und sehr präzise durch die Kurven zirkeln lässt. Das Gripniveau beim Herausbeschleunigen aus den Kurven ist durch das mechanische Sperrdifferential von Drexler enorm und es ist überraschend einfach an den leistungsstärkeren Sportwagen dranzubleiben und sowohl in der Kurve als auch auf den langen Geraden zu überholen.

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Dafür spielen nicht zuletzt auch die griffigen Semi-Slicks von Dunlop eine entscheidende Rolle. Ich habe immer noch das Gefühl, dass es beim Thema Reifen für mich noch viel zu lernen gibt, damit ich noch schnellere Rundenzeiten in den Asphalt brennen kann.

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Zurück an der Box, konnte ich in einer ruhigen Minute – die vorbeidonnernden Rennwagen der anderen Gruppe mal außen vor – einen ausgiebigen Blick auf das hochwertige Interieur des Clubsportlers werfen. Die individuell gestalteten Recaro Pole Position-Schalensitze fallen nicht nur mit Bezügen im authentischen GTI-Look auf, sondern sorgen zusätzlich für perfekten Seitenhalt unter den hohen Querbeschleunigungskräften im Motodrom.

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Ebenso notwendig sind die Vier-Punkt-Gurte aus dem Hause Schroth, um auch bei starken Verzögerungen – vor allem wenn man bei weit über 200km/h am Ende der Parabolika herunterbremsen muss – ordentlichen Halt zu geben. Im Sinne der Alltagstauglichkeit bleiben aber zusätzlich die herkömmlichen Gurte verbaut.

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Die Rücksitze mussten dafür in traditioneller Clubsport-Manier, dem Überollkäfig weichen. Die Maßanfertigung stammt von der Firma Maßkarosse, die wie auch die anderen Partner absolute Spezialisten auf ihrem jeweiligen Gebiet sind. In dieser Form ist über der Hinterachse ausreichend Platz für einen zweiten Satz Reifen für die Heimfahrt – eine Win-Win-Lösung also.

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Allzu viel Zeit zum Durchatmen blieb aber nicht, denn der letzte Turn stand an. Dieses Mal war mein Vater zum ersten Mal bei mir auf dem Beifahrersitz und damit waren es ganz besondere Runden für uns beide. Denn mein Dad ist in Hockenheim geboren und praktisch auf der Rennstrecke und im Fahrerlager aufgewachsen. Und so ging auch für Ihn ein Traum in Erfüllung einmal mit seinem Sohn in einem echten Rennwagen über seine Heimatstrecke zu fahren. Ich konnte dabei konstant, schnelle Runden fahren und wieder eine Menge neuer Erfahrungswerte auf der Rundstrecke sammeln.

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Zum gebührenden Abschluss des Tages, hatten wir bei eintretendem Regen den gesamten Grand Prix-Kurs des Hockenheimrings für uns, um einige Bilder an der Parabolika für die Neuauflage von „Sportlich und sicher Autofahren“ zu machen.

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Vielen Dank an Andreas für das Vertrauen in mich, seinen Wolf im Schafspelz über die Piste jagen zu dürfen, seinen Neffen Jakob für die Bilder von mir und die Co-Pilot-Fahrten, Wolfgang für seinen spannenden Lehrgang und die lustigen Rennfahreranekdoten, dem Pistenclub für die erstklassige Organisation der Veranstaltung und vor allem Frank von KW, der mir das Wochenende überhaupt erst ermöglicht hat. Muchas gracias a todos!

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An diesem Wochenende habe ich einen weiteren Vorgeschmack bekommen, was es als Rennfahrer alles über sich und das Fahrzeug zu lernen gibt. Ich möchte euch in Zukunft noch weitere und tiefere Einblicke, Guides und Tipps zu den wichtigsten Themen wie Reifen, Fahrwerk und Ausrüstung geben.

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Bis dahin,

#KEEPONRACING

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